Grundsätze der Anlagepolitik gem. § 234 i VAG

Die Alters- und Hinterbliebenen Versicherung der Technischen Überwachungs-Vereine -VVaG- (AHV) hat die Aufgabe, die betriebliche Altersvorsorge, d.h. den Versicherungsschutz für die Mitarbeitenden der TÜV-Unternehmen, sowie deren Angehörigen im Alter, bei Tod und Invalidität zu organisieren und sicherzustellen. Diese Leistungen werden als monatliche  Rente oder wahlweise als Einmal- oder Teilkapitalzahlung erbracht.

Die Finanzierung erfolgt durch die Beiträge der Mitglieder, der versicherten Mitarbeitenden sowie durch die erwirtschafteten Kapitalerträge. Hierbei ist der langfristige Charakter des Versorgungsversprechens wichtig. Mit ihren Strukturen und Sicherungsinstrumenten hat sich die AHV als langjährig zuverlässiger Dienstleister in der TÜV-Welt bewährt. Insgesamt werden 103 Mitgliedsunternehmen betreut. Diese Arbeitgeber bieten ihrer Belegschaft die Chance, die durch die AHV angebotenen Wege zur betrieblichen Altersversorgung wahrzunehmen. Insgesamt betreut die AHV inzwischen über 16.000 versicherte Personen.

Die Organisationform der AHV-TÜV als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit und die Begrenzung des Wirkungskreises ausschließlich auf die Unternehmungen der Technischen Überwachungs-Vereine und deren Belegschaften stellt sicher, dass keine eigenen Gewinnziele verfolgt werden. Auch sind keine Drittinteressen, z.B. etwaiger Gesellschafter oder Aktionäre und auch keine provisionsabhängigen Vertriebsorganisationen zu bedienen. Von den insgesamt äußerst niedrigen Kosten profitiert ausschließlich die Versichertengemeinschaft der TÜV-Familie.

Das Geschäftsmodell und der nachhaltige Erfolg der AHV basieren in hohem Maße auf dem Vertrauen, welches die Trägerunternehmen und deren Belegschaften ihr entgegenbringen. Dies ist Verpflichtung und Ansporn zugleich, um das gewährte Vertrauen durch die gesamte Geschäftstätigkeit in allen Bereichen zu rechtfertigen.

Anlageziele der AHV sind Erwirtschaftung einer auskömmlichen, angemessenen Rendite bei größtmöglicher Sicherheit innerhalb des Kapitalanlagebestandes und Gewährleistung ihrer jederzeitigen Zahlungsfähigkeit.

Sämtliche Kapitalanlagen und die daraus erwirtschafteten Erträge dienen der Absicherung der Rentenansprüche. Die Versicherten der Pensionskasse erhielten in 2019 noch eine Verzinsung von 3,25 % auf ihr Sparkapital. Diese Verzinsung wird nicht durch Berücksichtigung temporär vorhandener aber nicht zu garantierender Beteiligungen an Reserven oder kalkulierte, jedoch ebenfalls nicht garantierte etwaige Schlussgewinne, verzerrt.

Transparenz ist für die AHV-TÜV ein Selbstverständnis - nicht nur wegen der gesetzlichen Vorgabe, die mit dem Altersversorgungssystem verbundenen finanziellen und versicherungstechnischen Risiken zu identifizieren und dem Kunden vor Vertragsabschluss zu benennen.

Die einzelnen Arbeitsprozesse werden in Einbindung der AHV-Mitarbeitenden einer regelmäßigen Überprüfung durch das unternehmenseigene Risikomanagement unterzogen. Das bewährte und laufend überarbeitete interne Berichtswesen unterstützt den Vorstand in der Unternehmenssteuerung. Der langjährig gelebte und bewusste Umgang mit Risiken ist ein wesentlicher Kern der AHV- Unternehmenskultur.

Diese Information verschafft Ihnen einen kurzen Überblick. Die wesentlichen identifizierten Risiken, die in unserem Risiko-Controlling beachtet und in Einzel- und Gesamtbewertungen berücksichtigt werden, können Sie ausführlich unserem jährlichen Geschäftsbericht entnehmen. Diesen Bericht finden Sie jeweils nach Genehmigung des Jahresabschlusses durch die Mitgliederversammlung auf der AHV-TÜV Homepage:

AHV Geschäftsbericht

Die aktuellen Daten entnehmen Sie bitte der Seite:

AHV Kennzahlen

Der Jahresabschluss 2019 wurde am 13.05.2020 durch die Mitgliederversammlung festgestellt und anschließend auf unserer Homepage veröffentlicht.

Kapitalanlagen

Die AHV-TÜV verwaltet Kapitalanlagen in Höhe von rd. 1 Mrd. Euro. Diese Gelder sind sicher und rentabel zu investieren. Hierfür hat sie einen mehrstufigen Anlageprozess etabliert. Die Anlagepolitik 2020 und deren taktische Umsetzungsmöglichkeiten legt der Vorstand in einer jährlich aktualisierten Geschäfts- und Risikostrategie, zuletzt am 30.01.2020 fest. Hierüber wird auch den Gremien (Aufsichtsrat, Mitgliederversammlung) regelmäßig ausführlich berichtet.

Durch eine breite Streuung und Mischung der Gelder in unterschiedlichen Anlageklassen, Ländern und zahlreiche Adressen können Anlagerisiken einzelner Segmente ausgeglichen werden. Es werden auch ethische, soziale und ökologische Belange in der Kapitalanlage berücksichtigt. Gerade letztere lassen sich mit den Primärzielen der Sicherheit und der Rentabilität in der Gesamtheit der Anlagemittel häufig sinnvoll kombinieren. Daneben ist die Mitwirkung in einer etwaigen Funktion als Aktionär in entsprechenden Hauptversammlungen intern geregelt.

Anlagestrategie

Die strategische Anlagepolitik leitet sich im Rahmen eines Asset-Liability-Managements aus den laufend aktualisierten Hochrechnungen der Kapitalien und den sehr langfristigen Verpflichtungen gegenüber der Versichertengemeinschaft ab. Hierbei sind aufsichtsrechtliche und betriebswirtschaftliche Parameter zwingend zu beachten.

Markteinschätzung Risikomanagement, Berichtswesen und Revision

Die politischen und volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden mit den strategischen Investmentzielen abgeglichen. Kapitalverwalter bewegen sich inzwischen aber in einer anhaltenden Niedrigzinswelt. Unbekannt ist auch, ob es sich hierbei lediglich um eine Zinsphase, eine -periode oder gar eine -epoche handelt. Durch die laufende Analyse der Kapitalmärkte werden neue Anlagechancen untersucht, aber auch taktische Dispositionen (Risikomanagement) ausgelöst.

Das bewährte Risikomanagement der Kapitalanlagen analysiert und bewertet die den Investments innewohnenden Risiken. Bei Fonds erfolgt dies mittels einer intensiven Durchschau der jeweiligen Zielanlagen. Im aktiven Umgang mit den Risikopositionen (Risk-Handling) sucht die AHV diese zu steuern und zu minimieren. Ein ausführliches internes und externes Berichtswesen unterstützt die handelnden Personen hierbei. Risikosteuerung erfolgt insbesondere durch eine sehr breite Diversifikation der Anlagemittel. Außerdem wird der Kapitalanlagebestand regelmäßig einem Stresstest unterworfen. Daneben erfolgt ein Monitoring der Prozesse und deren Ergebnisse durch die interne Revision.

Die AHV-TÜV hat dem andauernden Niedrigzinsumfeld frühzeitig gegengesteuert. So investiert sie vermehrt in Zinsträgern mit sehr langer Laufzeit bei auskömmlicher Verzinsung und mischt zunehmend alternative Anlagen bei. Schwerpunktinvestments waren in den letzten Jahren Immobilien, insbesondere Grundstücke. Die AHV hat letztere mit einem Erbbaurecht belastet und erhält hierfür einen regelmäßigen Erbpachtzins.

Durch ihre Altersvorsorge bei der AHV profitieren die Versicherten von diesen stabilen Anlagen. Die AHV verfügt über beachtliche stille Reserven.  Ihre Ergebnisse stehen ausschließlich und vollumfänglich der Versichertengemeinschaft zu. Das professionelle Kapitalanlagemanagement der AHV-TÜV ist die Basis für ihre auskömmliche Ertragskraft zur ordnungsgemäßen Bedienung der Rentenverpflichtungen.

Die folgende Grafik zeigt die Struktur der Kapitalanlagen, aufgeschlüsselt nach Anlageklassen und  Risikokategorie: